• MattR@feddit.org
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    12 days ago

    Ich widerspreche dem Beitrag in einem Punkt, dort findet sich eine unbelegte Behauptung. Es wurde gesagt: “viele Menschen halten kostenlose Lieferung und kostenlose Retouren inzwischen für selbstverständlich”. Dafür sehe ich keine Evidenz trotz intensiver Suche nach Studien oder Umfagen. Eigentlich müsste die interviewte Person diese Behauptung beweisen oder der Reporter hätte hier wenigstens einen kritischen Kommentar hinterlassen müssen. Lediglich Retouren sollten zu Recht für Verbraucher kostenlos sein, immer dann wenn die falsche Ware geliefert wurde oder sie defekt ist, etc. Natürlich muss der Händler hier die Kosten übernehmen.

    Jedenfalls widersprecht die Aussage dem gesunden Menschenverstand, denn viele Menschen kennen die Problamtik und sind keine Arschlöcher, sondern wollen, dass es den Dienstleistern gut geht. Viele Menschen haben auch verstanden und erlebt, dass die Servicequalität mies ist, wenn die Arbeitsbedingungen mies sind. Viele Menschen sind daher auch bereit etwas für Versand zu zahlen.

    Dieses ewige Gelaber, dass die Verbraucher immer an allem Schuld sein, kann ich icht mehr hören. Das kommt bei jedem Thema reflex-artig, wird aber praktisch nie mit Daten belegt. Außerdem, wie soll man denn als Verbraucher den Vertrag zwischen Online-Händler und Versanddienstleister aushandeln? Wie soll ich als Verbraucher einen Streik der Branche organisieren? Und woanders einkaufen macht keinen Sinn, wenn die meisten Händler nunmal nicht nachhaltige Versandkosten berechnen. Der Händler darf auch eigene Verpackungsaufwände in den Versandkosten inkludieren, deswegen weiß man noch nicht einmal genau, welcher Betrag am Ende weiter gereicht wird. Man merkt schnell, dass Verbraucher hier nicht wirklich was tun können und deswegen auch kaum Verantwortung tragen.

    • BigShammy80@feddit.org
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      2
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      12 days ago

      Dieses ewige Gelaber, dass die Verbraucher immer an allem Schuld sein, kann ich icht mehr hören

      Nö, Schuld sind die großen Versender, Amazon und Konsorten… die drücken die Preise bis zum Limit, die Paketdienstleister verdienen damit fast nichts mehr… Amazon bietet kostenlosen Versand ja nur an, um ihren Prime-Service zu pushen bzw. um mehr Geld zu verdienen mit Mindestbestellwert… die Kunden würden so oder so kaufen, aus Bequemlichkeit.

      Würde Amazon hohe Versandkosten nehmen, dann würden die Leute wieder mehr lokal einkaufen.

      Im Endeffekt machen sich die Paketdienstleister gegenseitig das Leben schwer, weil jeder bei den Großen reinkommen will und deshalb die Preise am Boden sind.

    • pulsey@feddit.org
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      2
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      12 days ago

      Jedenfalls widersprecht die Aussage dem gesunden Menschenverstand, denn viele Menschen kennen die Problamtik und sind keine Arschlöcher, sondern wollen, dass es den Dienstleistern gut geht. Viele Menschen haben auch verstanden und erlebt, dass die Servicequalität mies ist, wenn die Arbeitsbedingungen mies sind. Viele Menschen sind daher auch bereit etwas für Versand zu zahlen.

      Für die Aussage bräuchte es nun aber auch einen Beweis.

      • MattR@feddit.org
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        1
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        11 days ago

        Wer die Ursprungsbehauptung aufstellt muss Beweise liefern, du versuchst hier den beliebten rhetorischen Trick die Beweislast umzukehren, was ich kategorisch ablehne.

        • Wrufieotnak@feddit.org
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          10 days ago

          Nö, du hast eine eigene Behauptung aufgestellt (Menschen haben kein Problem mit Versandkosten) und begründest mit “gesunder Menschenverstand”, was so ziemlich der häufigste rhetorische Trick, wie du es nennst, ist.

          In Abwesenheit von Beweisen ist die Schlussfolgerung: keine Aussage möglich, ob Menschen lieber versandkostenfrei verschicken oder Versandkosten bezahlen wollen.

          Jede andere Richtung ist eine Annahme, die Belege benötigt.

          • MattR@feddit.org
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            9 days ago

            Eigentlich, nö, denn ich reagiere nur auf einen Artikel. Ich werde nicht dafür bezahlt mir die ganze Arbeit zu machen. Der Wissenschaftler, der darüber forscht und eigentlich die Daten haben müsste, sowie der Journalist werden aber für ihre Arbeit bezahlt und liefern dennoch keine Belege. Und das macht deren Behauptung besonders unglaubwürdig. Außerdem: nicht jede Behauptung erfordert starke Beweis, Beispiel: jemand behauptet die meisten Menschen wollen glücklich leben und jemand anderes behauptet, die meisten Menschen unglücklich leben, dann erfordert die letzteres Behauptung starke Beweise, die erste jedoch nicht.

            Nicht zuletzt liefere ich dir einen Beweis, dass die Deutschen grundsätzlich kooperative eingestellt sind und andere nicht ausbeuten wollen: dieser Staat basiert auf dem Solidaritätsprinzip. Das wir alle möchten, dass ehrlich arbeitende Menschen fair bezahlt werden ist eine direkte Ableitung daraus. Wenn das falsch wäre, dürfte es unseren Staat in dieser Form gar nicht geben. q.e.d.