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  • Massentierhaltung kann aus vielerlei Gründen kritisiert werden, doch dieser Artikel überzeugt nicht.

    Die Tiere werden nicht gekeult, um irgendwelche Betriebe zu schützen. Chaotische Lieferketten helfen niemandem, und selbst mit Entschädigung belastet das Keulen den Landwirt eher.

    Ich kann auch nicht nachvollziehen, wie die Preise konstant bleiben sollen, wenn durch das Keulen von Millionen Tieren das Angebot auf dem Markt ausgedünnt wird. Die Preise werden steigen, die Frage ist nur, wie stark und wo (wenn zum Beispiel mehr aus dem Ausland importiert wird).

    Das Hauptziel des Keulens ist die Minderung des Risikos einer Verbreitung des Virus auf den Menschen. Wenn der Betrieb mit kranken Tieren weitergeführt wird, gibt es zwangsläufig größeren menschlichen Kontakt der Mitarbeiter und Kunden mit dem Virus. Da helfen auch kleine, idyllische Familienbetriebe nicht, im Gegenteil, sie erhöhen das Risiko eher. Eine Impfung würde auch keinen Sinn machen, da die Tiere immer noch in großer Zahl erkranken und das Virus weitergeben würden, nur diesmal fast ohne Symptome.

    Eine Erkrankung des Menschen führt häufig zu einem tödlichen Verlauf und zusätzlich besteht das Risiko, dass das Virus mutiert und eine Mensch-zu-Mensch-Ansteckung erfolgen kann. Ich denke, ich muss nicht erklären, wieso das problematisch wäre.

    Dieser Artikel scheint mir ziemlich uninformiert und naiv zu sein. Ich habe den Eindruck, dass hier die Schlussfolgerung schon vor der Recherche feststand, falls diese überhaupt erfolgt ist.

    Edit: In der Unterüberschrift wird suggeriert, dass die Massentierhaltung die Ursache der Seuche sei, was im Artikel jedoch nicht aufgegriffen wird. In den Kommentaren ist dieses Narrativ jedoch prominent vertreten.

    Es wird so getan, als würde sich das Virus in den Großbetrieben halten und diese somit für die Seuche verantwortlich seien, was jedoch absolut nicht der Fall ist. Das Reservoir und die Mutationen liegen praktisch ausschließlich in den natürlichen Populationen, die auch für die gelegentliche Ansteckung der Nutztiere verantwortlich sind. Eine Erkrankung unter Nutztieren wird zügig durch die Keulung aller Tiere beendet. Nutztiere stellen somit eine Sackgasse für das Virus dar.




  • Yes, the digital Euro looks even better. I was surprised that they would go for privacy (at least more privacy than other digital payment services) and offline transfers. The problem is that it is even further away than Wero. We won’t get it until 2028 at the earliest, and I suspect it might take even longer, as many government projects do. Until then, I would rather use a European service than paypal or credit cards. When the digital euro comes, it could arrive with a bang and wipe out a lot of other payment services.



  • Wenn es zu Schüssen kommt, ist es nicht verwunderlich, dass in den Oberkörper geschossen wurde, einfach weil das oft geübt wird.

    Pistolenschüsse sind ohnehin sehr ungenau, vor allem, wenn man jemanden verfolgt und minutenlang rennen muss. Oft gehen die Kugeln völlig daneben. Einen Schuss ins Bein kann man sich in vielen Situationen gar nicht leisten. Selbst wenn er trifft, ist er oft wirkungslos und bei Verletzung der Oberschenkelarterien in kürzester Zeit tödlich.

    Vielleicht ist es möglich, den Hergang auch abseits der Zeugenaussagen der Polizeibeamten zu rekonstruieren. Ein Schuss schleudert eine Menge teilweise verbranntes Pulver in Richtung Ziel. Damit lässt sich die Schussentfernung in vielen Fällen zuverlässig bestimmen. Vielleicht ist es möglich, die Situation anhand von Pulverresten an den anderen Beteiligten und Abschattungen nachzuvollziehen.








  • Ich hoffe, dass das nicht passiert, frühere Urteile des Bundesverfassungsgerichts haben das bis zu einem gewissen Grad zugelassen. Sollte es wieder so entscheiden, könnten die Überhangmandate auch ohne Ausgleich wieder kommen. Selbst wenn die Union das versucht, wird sie es wahrscheinlich trotzdem nicht schaffen, alle Direktkandidaten in den Bundestag zu bringen.

    Ich denke aber, dass die SPD einer solchen Änderung nicht zustimmen würde, wenn sie ihr bei der nächsten Wahl voraussichtlich schaden würde. Als kleinere Partei ist man bei so einer Regelung eigentlich immer im Nachteil.




  • Von einer Verschärfung der Sanktionen ist hier nirgends die Rede. Ich lese nur von “gezielten Sanktionen”, also Einschränkungen der Sanktionsziele.

    Ich habe meine Meinung schon hier ausführlicher dargelegt. Im Grunde kaufe ich es ihnen nicht ab. Es nützt nichts, nur Wünsche zu äußern. Um bestimmte Ergebnisse zu erreichen, muss man auch ausreichende Mittel einsetzen.

    Es bringt auch nichts, von Staaten wie China irgendeine Hilfe zu erwarten. Die werden ohne sehr starken Druck nichts machen, im Gegenteil, im Moment unterstützen sie Putin. Sie profitieren eben wirtschaftlich von der Position Russlands. Man müsste sie vielleicht sogar sanktionieren, bevor wirklich etwas passiert, reden kann man ewig.

    Wenn man über Frieden redet, aber nichts tut, um den Krieg zu stoppen (oder im schlimmsten Fall bestehende Maßnahmen zurücknimmt), wird man nichts erreichen.

    Mir ist auch wichtig, dass solche Kernpunkte im Wahlprogramm ausreichend detailliert sind. Die Parteimitglieder reden viel. Manchmal widersprechen sich die Aussagen sogar. Eine realistische offizielle Strategie für die Ukraine gibt es bei ihnen, soweit ich das sehe, nicht. Wenn sie das nicht im Wahlprogramm haben, dann interpretiere ich das so, wie ich es für realistisch halte, dass sie sich positionieren würden.





  • Ich würde gerne eine Quelle sehen, wo die Linke das in einem Wahlprogramm oder Positionspapier oder ähnlichem vertritt. Aussagen von Einzelpersonen, auch in hohen Positionen, stehen nicht für die ganze Partei und sind selten wirklich bindend.

    Die Linke sagt:

    DIE LINKE findet Sanktionen sinnvoll, die die Machtbasis von Putin schwächen: die russische Rüstungsindustrie, den militärisch-industriellen Komplex in Russland, die Auslandsvermögen der Millionäre und Milliardäre. […] Sanktionen, die vor allem die Zivilbevölkerung treffen (z.B. weil Lebensmittel knapp werden) halten wir nicht für sinnvoll und human.

    Auch im Wahlprogramm heißt es:

    Gezieltere Sanktionen, die sich nicht gegen die Bevölkerung, sondern gegen Putins Machtapparat und den militärisch-industriellen Komplex und damit gegen die Fähigkeit zur Kriegsführung richten…

    und:

    …unterstützt durch gezielte Sanktionen, die nicht gegen die allgemeine Bevölkerung gerichtet sind.

    Von groß angelegten Wirtschafts- oder Ölsanktionen ist hier jedenfalls nicht die Rede. Aufgrund der öffentlichen Positionen und des Wahlprogramms gehe ich davon aus, dass die Linke gegen größere Sanktionen ist. Dazu gehören wahrscheinlich sogar alle Sanktionen gegen Öl und Gas, weil das die Wirtschaft in großem Umfang trifft und damit natürlich auch die Bevölkerung.

    Ich glaube, dass diese Position nicht zielführend ist. Sanktionen gegen Milliardäre sind schwierig und meist wenig effektiv. Sanktionen gegen die Rüstungsindustrie sind gut und sinnvoll, können aber mit Geld, Zeit und Mühe umgangen werden. Sie haben bisher nicht zu einem Umdenken geführt und werden es wohl auch in Zukunft nicht tun.

    Sanktionen gegen Russland, die wirklich wirksam sein sollen, also auch eine realistische Chance haben, den Kriegsverlauf und das weitere Verhalten Russlands zu beeinflussen, müssen hart und umfassend sein. Der Lebensstandard des russischen Durchschnittsbürgers muss sich deutlich verschlechtern, damit die Bevölkerung Druck auf die Regierung ausübt. Es wäre auch möglich, die Staatseinnahmen, vor allem aus dem Energieexport, so weit zu reduzieren, dass die russische Wirtschaft an den Rand des Zusammenbruchs gerät. Das würde natürlich auch die Bevölkerung treffen.

    Dass die Menschen in Russland aufgrund von Sanktionen verhungern, ist schon aufgrund der ausreichenden Eigenproduktion selbst bei sehr weitreichenden Restriktionen unrealistisch.

    Solche Sanktionen wären auch für den Westen nicht folgenlos, sollten aber in ihrer Auswirkung nicht überschätzt werden. Russland ist zwar in einigen Sektoren ein großer Akteur, aber nie wirklich dominant und vor allem gesamtwirtschaftlich relativ überschaubar. Wir haben uns von Russlands Gas trennen können, das wird auch für den Rest möglich sein.

    Wenn die Linke Sanktionen mit dem Hinweis auf die Zivilbevölkerung ablehnt, scheint mir das ein vorgeschobener Grund wegen der dort immer noch weit verbreiteten Sowjetnostalgie zu sein. Ich gehe davon aus, dass, wenn es nach der Linken ginge, ein erheblicher Teil Sanktionen aufgehoben würde. Man will Russland aus nicht nachvollziehbaren Gründen hofieren, und darunter leiden die Ukraine und andere Länder der Region. Das Verhalten Russlands zu tolerieren, schafft natürlich auch einen Präzedenzfall, der globale Auswirkungen haben wird.