• GregorGizeh@lemmy.ml
    link
    fedilink
    Deutsch
    arrow-up
    2
    ·
    edit-2
    3 years ago

    Gottseidank. Ich bin selbst progressiv und habe kein Problem damit jemanden so anzusprechen wie er es möchte, oder darauf zu achten inklusive Sprache zu benutzen, aber niemand wird weniger diskriminiert oder mehr als ebenbürtig angesehen durch die Verhunzung der Deutschen Sprache und Grammatik.

    Meines Erachtens ist all die Aufregung um gegenderte Sprache und Pronomen sowieso nur Augenwischerei, damit das eigentliche Problem der Intoleranz nicht angegangen werden muss, weil das eine Menge ungemütlicher Themen und Punkte beinhalten würde welche auch im Widerspruch zu typisch linksliberalen Ansichten und Themen stehen.

    Beispielsweise die kognitive Dissonanz zwischen linker Einwanderungs- bzw. Integrationspolitik und der Realität dass viele der Neuankömmlinge tief religiöse Konservative sind, welche nicht viel übrig haben für die Werte welche sie willkommen geheißen haben. Die Realität ist nun mal leider dass man nicht alles und jeden aufnehmen kann ohne eine gewisse kulturelle Assimilation zu verlangen. Dies weder zu fordern noch zu fördern ist zwar historisch bedingt, und bis heute ein kontroverses Thema, aber in der Praxis ist ein gesellschaftlicher Schwelbrand welchen wir zu lange ignoriert haben im Namen falsch verstandener Toleranz. Und jetzt haben wir das braune Gesocks über 20%, weil die gemäßigten Parteien keine realistische Antwort auf die Immigrationsfrage finden und verlieren Jahrzehnte des gesellschaftlichen Fortschritts.

    • Spzi@lemm.ee
      link
      fedilink
      Deutsch
      arrow-up
      0
      ·
      3 years ago

      niemand wird weniger diskriminiert oder mehr als ebenbürtig angesehen durch Sprache und Grammatik.

      Für beide Seiten gibt es Forschung. Also auch dafür, dass das so ist oder sein kann.

      Einige Studien legen nahe, dass es manchen Sprachbenutzern schwerfällt, generische Maskulina als solche zu erkennen und nicht allein auf männliche Referenten zu beziehen, und dies, obwohl die Regeln für das generische Maskulinum und für seine Disambiguierung einfach zu vermitteln sind.[68] In der Singularform („jeder Ingenieur“) werden generische Maskulina eher missverstanden als in der Pluralform („alle Ingenieure“).[69]

      Wie Vergleichsstudien gezeigt haben, wird das generische Maskulinum im Deutschen auch häufiger missverstanden als etwa im Französischen oder Niederländischen.[70][71][72]

      Der Erziehungswissenschaftler Dries Vervecken (FU Berlin) hat, teilweise mit Koautoren, mehrere Studien zum Verständnis und zur Wahrnehmung des generischen Maskulinums bei Schulkindern vorgelegt. 2012 kam er zu dem Befund, dass 6- bis 12-jährige Mädchen an Berufen, die ihnen beschrieben wurden, eher Interesse fanden, wenn in den Texten Beidnennungen (Ingenieur/Ingenieurin) verwendet wurde, als wenn darin generische Maskulina vorkamen.[73]

      https://de.wikipedia.org/wiki/Generisches_Maskulinum#Studien_zum_Verstehen

      • Proweruser@feddit.de
        link
        fedilink
        Deutsch
        arrow-up
        1
        ·
        3 years ago

        Ich bin Sozialpädagoge. Ist generisch maskulin, nicht? Hat irgendwie noch keine Frau davon abgehalten Sozialpädagogin zu werden.

        Ich halte entsprechend Sprache nicht für das Problem, sondern vielmehr für einen Versuch die wahren Probleme nicht angehen zu müssen.

    • Spzi@lemm.ee
      link
      fedilink
      Deutsch
      arrow-up
      1
      ·
      3 years ago

      in der Bevölkerung durchgesetzt hat, obwohl der Rechtschreibrat da nen Scheiß zu beigetragen hat.

      Sieh’s positiv, der Rat kann das auch gar nicht entscheiden. Sprache lebt und ist das, was die Sprechenden/Schreibenden draus machen.

    • macniel@feddit.de
      link
      fedilink
      Deutsch
      arrow-up
      0
      ·
      3 years ago

      Problem ist eben nicht:

      Yeah mach halt nen Stern da rein, passt schon

      Weil es, BürgerInnen, Bürger_Innen, Bürger*Innen, Bürger:Innen und so weiter gibt. Es ist eben nicht nur einfach ein Asterisk, was man setzt, um auf einmal inklusiver zu sein. Zudem gibt es Bürger/-innen als offizielle Möglichkeit, Bürger und Bürgerinnen abzukürzen und man weiß wie man das ganze auflösen kann.

      Und Handy hat nichts mit Orthografie zu tun.

        • macniel@feddit.de
          link
          fedilink
          Deutsch
          arrow-up
          0
          ·
          3 years ago

          Da wird sich dann aufgeregt das ja Der Bürger männlich ist. Ich finde den generischen Maskulinum aber auch nicht schlecht.

          • WimpyWoodchuck@feddit.de
            link
            fedilink
            Deutsch
            arrow-up
            2
            ·
            3 years ago

            Wir hatten jahrhunderte lang einen generischen Maskulinum. Könnten wir jetzt nicht eine Zeit lang den generischen Femininum nutzen? Die Bürgerin und gut ist.

      • wellnowletssee@sh.itjust.works
        link
        fedilink
        Deutsch
        arrow-up
        0
        ·
        3 years ago

        Aber eine Lösung zu finden war man auch nicht willens genug.

        Warum nicht einfach Mitmenschen statt dem antiquierten Wort Bürger?

        Übrigens: Nur die weibliche und männliche Form zu schreiben exkludiert übrigens alle anderen Menschen dazwischen und außerhalb.

        • macniel@feddit.de
          link
          fedilink
          Deutsch
          arrow-up
          1
          ·
          3 years ago

          Und ein binnen I, oder ein Unterstich, oder ein Doppelpunkt oder ein Asterix inkludiert diese dann? Ich als enby fühle mich nicht automatisch inkludiert nur weil ich im Lesefluss durch diesen ortografischen Stolperstein unterbrochen werde.

          • Scend@feddit.de
            link
            fedilink
            Deutsch
            arrow-up
            0
            ·
            3 years ago

            Durch meinen IT-Hintergrund fühle ich mich persönlich durch den Asterisk angesprochen und auch bei anderen Formen schätze ich die kleine Aufmerksamkeit wert.

            Am liebsten wäre mir ein Konzept wie das singular they im Englischen, oder sowas wie das Entgendern nach Phettberg, aber das nimmt halt kaum jemand ernst.

            • Tartufo@lemmy.blahaj.zone
              link
              fedilink
              Deutsch
              arrow-up
              0
              ·
              3 years ago

              Für mich wirken * oder : als Sonderzeichen unter Buchstaben wie etwas Sonderbares, als würde man versuchen Sondermüll auszusondern, damit er blos nicht die Buchstaben verdreckt. Somit kann ich mich damit einfach nicht anfreunden.

              Das entgendern wäre mein absoluter Favorit (ob man dann da Lehry nimmt oder was anderes sei mal dahingestellt, überall ein das anstelle von der/die würde schon helfen, der Rest würde sich entwickeln) und würde nebenbei die Sprache noch vereinfachen. Ein großes Problem beim Anwerben von Fachkräften ist ja unter anderem die Sprache. Und die Abschaffung des grammatikalischen Geschlechts wäre die am einfachsten umzusetzende Art der Vereinfachung. Falls man doch mal Geschlecht ausdrücken möchte kann man immernoch die Worte männlich, weiblich, nicht-binär, etc. gebrauchen.

              • Iapar@feddit.de
                link
                fedilink
                Deutsch
                arrow-up
                1
                ·
                3 years ago

                Ich finde das entgendern sollte ergänzend genutzt werden wenn das Geschlecht unbekannt oder man eine Menge mit gemischten Geschlechtern anspricht. Es zu ersetzen um die Sprache zu vereinfachen finde ich keine gute Idee.

                Komplexe Sprache gibt uns die Möglichkeit uns und unsere Umgebung detaillierter zu besprechen. Und wie wir über Dinge reden hat großem Einfluss darauf wie wir über Dinge nachdenken. Dementsprechend bin ich gegen ein allgemeinens versimpeln nur des versimpeln wegens.

              • föderal umdrehen@feddit.de
                link
                fedilink
                Deutsch
                arrow-up
                0
                ·
                3 years ago

                Und bei der Häufigkeit von Intersexualität sollte man das in der Sprache unberücksichtigt lassen.

                In der Regel werden Gesellschaften dadurch lebenswerter, dass möglichst alle Teilnehmer berücksichtigt werden. Das praktische Standardbeispiel dafür sind abgesenkte Bordsteine, die eben nicht nur den Rollstuhlfahrern helfen, für die sie ursprünglich gedacht waren, sondern allen.

  • timestatic@feddit.de
    link
    fedilink
    Deutsch
    arrow-up
    0
    ·
    3 years ago

    Grammatikalisch macht das ganze so auch viel mehr sinn und die Genderei stört meiner Meinung nach nur bei dem Fluss des Textes. Finde ich eine gute Entscheidung!

    • 🦄🦄🦄@feddit.de
      link
      fedilink
      Deutsch
      arrow-up
      0
      arrow-down
      1
      ·
      3 years ago

      “Sinn machen” kann es nicht. Nur “Sinn ergeben” oder “Sinn haben”. Lern doch bitte erst mal die Sprache auf deren Erhalt du so erpicht zu sein scheinst.

  • Undertaker@feddit.de
    link
    fedilink
    Deutsch
    arrow-up
    0
    ·
    3 years ago

    Es ist zumindest gut, dass diese Ausprägungen als sprachlich problematisch benannt werden. Leider sind die Befürworter auch nicht bereit, sich mit dem grundsätzlichen Zuwiderlaufen der deutschen Sprache auseinanderzusetzen. Es wäre ja sinnvoll, sprachkonforme Alternativen zu verwenden. Da das aber vehement abgelehnt wird, vermute ich, geht es vielen nicht um die Sache.

    (Partizipbildungen sind natürlich keine sprachlich sinnvollen Alternativen)

    • Spzi@lemm.ee
      link
      fedilink
      Deutsch
      arrow-up
      0
      ·
      3 years ago

      Es wäre ja sinnvoll, sprachkonforme Alternativen zu verwenden.

      Was genau meinst du?

        • Swiggles@lemmy.blahaj.zone
          link
          fedilink
          Deutsch
          arrow-up
          0
          ·
          3 years ago

          Das grenzt inter, ageschlechtliche und andere nicht binäre Menschen aus und ist keine diskriminierungsfreie Sprache. Genau das ist ja eines der Probleme für das es sonst keine Lösung in der deutschen Sprache gibt.

            • Swiggles@lemmy.blahaj.zone
              link
              fedilink
              Deutsch
              arrow-up
              0
              ·
              3 years ago

              Eben nicht und das ist der entscheidende Unterschied. All diese Formen sollen eben den Platzhalter für alles dazwischen oder außerhalb der binären Geschlechter darstellen.

              Es ist nicht wirklich schön, aber es ist halt wichtig inklusive Sprache zu verwenden. Du hast Recht und die Meinung teile ich, wie denke ich so ziemlich alle, dass die deutsche Sprache sich so wandeln müsste, dass es eben besser ins Sprachbild passt. Allerdings fehlt eine bessere Alternative aktuell und das abzulehnen ist halt wieder ein Rückschritt zu mehr Diskriminierung, was häufig unterschlagen wird oder eben genau das Ziel mancher Gegner ist.

              Ich finde man kann ein wenig vermeintliche grammatikalische Richtigkeit opfern um dafür einer sehr diskriminierten und ungesehenen Minderheit ein wenig Solidarität und Inklusion zu vermitteln.

  • UpperBroccoli@feddit.de
    link
    fedilink
    Deutsch
    arrow-up
    0
    ·
    3 years ago

    Ich habe jüngst beschlossen, eine eigene Variante für die geschlechtsneutrale Sprache einzuführen, eine, die man genauso sprechen wie lesen kann, und die sich auch noch gut (oder im dümmsten Fall lustig) anhört!

    Geschlechtsneutrales Singular:

    • dof Studenti
    • dof Fleischerifachverkäuferi (umgangsprachlich: Fleischereifachverkäufi)
    • dof Korinthenkackeri (umgangsprachlich: Korinthenkacki)

    Geschlechtsneutraler Plural:

    • die Studentis
    • die Fleischereifachverkäuferis / Fleischereifachverkäufis
    • die Korinthenkackeris / Korinthenkackis